期刊名称:Drustvena istrazivanja. Journal for General Social Issues
印刷版ISSN:1330-0288
出版年度:2007
卷号:16
期号:3 (89)
页码:379-404
出版社:Institute of Social Sciences IVO PILAR
摘要:Es liegt lange zurück, dass die Kroaten ihren eigenen Staat gründeten und sich freiwillig anderen Staaten anschlossen, innerhalb deren sie Elemente ihrer Staatlichkeit zu bewahren wussten. Dennoch wurde in diesen Staaten die kroatische Identität unterdrückt. Durch die nationale Wiedergeburtsbewegung wurden die Unterschiede zwischen Kroaten, Österreichern und Ungarn definiert, nicht aber die Unterschiede zwischen Kroaten und anderen südslawischen Völkern. Daher schließen sich die Kroaten ohne eingangs bestimmte Identität dem unitarischen jugoslawischen Staat an und büßen zum ersten Mal in ihrer Geschichte sämtliche Elemente der Staatlichkeit ein. Dies führt zu Konflikten zwischen Kroaten und Serben sowie zwischen den Kroaten selbst. Die schwersten Zusammenstöße gab es im Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende wird der jugoslawische Staat erneuert, doch die nationalen Konflikte dauern fort. Obwohl die Kroaten den größten Beitrag zum Sieg des Antifaschismus geleistet haben, tragen sie wegen des Ustascha-Regimes einen Schuldkomplex, infolge dessen Vaterlandsliebe negativ bewertet und Nationalismus mit Chauvinismus gleichgesetzt wird. Mit der Gründung eines eigenständigen kroatischen Staates, in dem nationale und kulturelle Werte beschützt und gewahrt werden sollten, kommt es zu einer Gefährdung ebendieser nationalen Werte. Der Einheitswille erodiert, und erneut melden sich Konflikte; bei der Reprivatisierung von einstigem Staatseigentum kommt es zu schweren Vergehen, die Geburtenrate geht zurück, die Staatsschulden wachsen, Banken und erfolgreiche Unternehmen werden verkauft, der Krieg (1991–95) und die kroatischen Streitkräfte werden kriminalisiert, viele Kriegsveteranen begehen Selbstmord… Durch eine Staatsgründung allein können nationale Werte nicht ausreichend geschützt werden, sofern es nicht auch in der politischen Kultur zu entsprechenden Veränderungen kommt. Unter anderem müssen die Begriffe Nationalismus und Chauvinismus unterschieden werden; die Begriffe Vaterlandsliebe und Nationalstolz müssen von negativen Konnotationen befreit werden, die ihnen in einer Gesellschaft, die dies verbot, angehängt wurden.