标题:Merkmale der landwirtschaftlichen Erzeugung in den Siedlungen der Starčevo-Kultur im Gebiet zwischen dem heutigen Vinkovci und Slavonski Brod, Kroatien
期刊名称:Drustvena istrazivanja. Journal for General Social Issues
印刷版ISSN:1330-0288
出版年度:2001
卷号:10
期号:6 (56)
页码:1131-1158
出版社:Institute of Social Sciences IVO PILAR
摘要:Der Artikel berichtet über die Erforschung von Siedlungsresten an insgesamt zehn Lokalitäten der Starčevo-Kultur im Osten Kroatiens. Die in diesem Raum nachgewiesene Kultur dauerte von 6000 bis etwa 5100 v.Chr. Die Siedlungsreste befinden sich auf einer Fläche von ungefähr 1100 km2 zwischen den Städten Vinkovci und Slavonski Brod. Man analysierte die zu jener Zeit verfügbare Technologie der Feldbestellung, unternahm eine Schätzung des landwirtschaftlichen Ertrags sowie aufgrund dessen eine Schätzung des Bevölkerungswachstums. Es konnte nachgewiesen werden, dass wirksame Methoden zur Getreidegewinnung und Rinderzucht angewandt worden waren. Zur Steigerung der Erzeugung von Getreide und Rindfleisch war der Aufenthalt in der unmittelbaren Nähe von Wald-Pflanzengemeinschaften notwendig. Die Forschung kam zum Schluss, dass es sich bei den Menschen der Starčevo-Kultur um Zuzügler handelte, da es keinerlei Nachweise gibt, die die allmähliche Entwicklung landwirtschaftlicher Technologien bestätigen. Angebaut wurden Emmer (Triticum dicoccum) und Einkorn (Triticum monococcum), als Haustiere dienten bereits domestizierte Schafe. Es ist jedoch bekannt, dass die genannten Getreidearten sowie das Schaf im Gebiet Palästinas und Anatoliens domestiziert wurden. Die Menschen der Starčevo-Kultur setzten ihre Wanderung in das Gebiet Westkroatiens, wo die ersten Gefäße aus Schnurkeramik gefunden wurden, fort. Von dort weitete sich die Schnurkeramik mitsamt dem darin transportierten Getreide (Emmer und Einkorn) wie auch die Schafzucht bis in das Gebiet der heutigen Niederlande und der Ukraine aus. In waldreichen Gegenden gingen die Wanderzüge schneller vor sich. Der Übergang von der Starčevo- zur Sopot-Kultur, den bedeutende gesellschaftliche Wandel charakterisieren, hat möglicherweise die Auswanderung der in Süd- und Westpannonien lebenden Volksstämme beschleunigt.