出版社:Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin
摘要:In Deutschland wird derzeit darüber gestritten, ob sogenannte unkonventionelle Erdgasquellen durch das sogenannte „Fracking“-Verfahren erschlossen werden können. Dabei wird mit hohem Druck ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand in das Schiefergestein gepresst, um es aufzusprengen und das Gas freizusetzen. Doch diese Methode ist umstritten, da Umweltschäden, insbesondere Trinkwasserverunreinigungen, durch den Einsatz der Chemikalien entstehen können. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in einer Studie vor den möglichen Umweltgefahren gewarnt. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hingegen sieht weniger dramatische Folgen für die Umwelt, empfiehlt aber ebenso wie das UBA eine sorgfältige Erforschung aller Auswirkungen. Das Potential der unkonventionellen Gasförderstätten in Deutschland wird auf 1,3 Milliarden Kubikmeter geschätzt, was den Verbrauch in Deutschland für 13 Jahre decken könnte. Aufgrund der unsicheren Folgewirkungen gibt es bisher keine Bohrgenehmigungen in den Bundesländern mit Schiefergasvorkommen wie Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen. Auch andere EU-Länder stehen dem Verfahren skeptisch gegenüber, Frankreich hat ein Fracking- Verbot erlassen, Bulgarien und Rumänien haben zeitweilige Moratorien verhängt. Aufgeschlossener ist man hingegen in England und Polen, wo man auf ähnliche Entwicklungen wie in den USA hofft. Dort hat diese Methode bereits zu einem Überangebot an Gas geführt, der Börsenpreis liegt in den USA mittlerweile bis zu 70 Prozent unter dem Gasimportpreis in Deutschland und Europa. Das Argument sinkender Gaspreise wird insbesondere von der Wirtschaft vorgebracht, die sich niedrigere Energiekosten erhofft.